Wirtschaftsmediation
©Sascha Rommel

Vor einiger Zeit erzählte ich einem Unternehmer vom größten Potenzial eines Unternehmens: „Den Menschen“, woraufhin er mich bat „seine Leute in Schwung zu bringen“. Mit ihm und zirka 10 Mitarbeitern führte ich meinen Einstiegsworkshop „Potenzialanalyse“ durch. Dabei stellte sich schnell heraus, dass das größte Führungsproblem im ständigen Konflikt mit seinem Bruder lag, der als Abteilungsleiter im Unternehmen arbeitete. Dies erzürnte den Unternehmer derartig, dass er mich aufforderte, das Unternehmen sofort zu verlassen. Was er jedoch schnell bereute, denn schon am nächsten Tag bat er mich um Entschuldigung und um Hilfe.

Die Hintergründe:
Nachdem ich kurz zuvor eine Person kennengelernt hatte, die sich erfolgreich mit Organisationsaufstellung beschäftigte, beschloss ich, diese Methode zu testen. In zwei „Aufstellungsrunden“ fanden wir heraus, dass beide Brüder schon als Kinder im Wettstreit standen. Von ihren Eltern erfuhren sie wenig Liebe, da diese sehr stark im Beruf engagiert waren und jetzt war der „kleinere Bruder“ der monetär erfolgreichere. Sein großer Bruder war „nur angestellt“ und damit neidisch, was das Problem zwar offenbarte, aber noch nicht löste.

Die Mediation:
In einer ersten Gesprächsrunde sammelte ich all das, was den einen am anderen störte, aber noch nie ausgesprochen wurde. Danach war es beiden Brüdern erstmals wieder leichter und sie beschlossen spontan, die „Kindereien“ zu unterlassen und nicht mehr zu streiten. Als nach wenigen Tagen wieder alles beim alten war, vereinbarten wir einen „echten Mediationstermin“. Hier entwickelten beide Brüder gute Lösungsvorschläge zum zukünftigen Umgang miteinander, zur gegenseitigen Wertschätzung und zum Verhalten im Konfliktfall. Nach vier Wochen gab es noch ein „Feintuning“ und heute gehen beide Brüder sehr vertrauensvoll und respektvoll miteinander um. Das Unternehmen ist gut aufgestellt und behauptet sich  gut, auch in der  „vermeintlichen Krise“. Ein kürzlich durchgeführter Visionsworkshop mit Unternehmer und Führungsmannschaft lässt weiter Gutes für das Unternehmen und die Mitarbeiter erwarten.